„Geisterbahn. 100 Jahre Robert Wolfgang Schnell - Aktivist im Namen der Kunst“  l  Projektraum im Kunstquartier Kreuzberg

Eröffnung: Samstag, 24.9.2016 um 16:00 Uhr
mit Paul Spies, Direktor des Stadtmuseums und Chefkurator der Berlin-Ausstellung des Humboldtforums und der Browse Gallery

Die Eröffnung findet statt im Projektraum des Kunstquartier Bethanien/Kreuzberg, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin Kreuzberg

Programm
Begrüßung Duscha Rosen, Browse Gallery
Grußwort Paul Spies, Direktor Stadtmuseum Berlin und Chef-Kurator Humboldt Forum
Rainald Schnell, Sohn von Robert Wolfgang Schnell

Klaus Völker, Autor, Dramaturg und Kollege von Robert Wolfgang Schnell
Es lesen Texte von Robert Wolfgang Schnell:
Annemarie Frank, Tochter von Robert Wolfgang Schnell und Alexander Radszun, Schauspieler

Anlässlich seines 100. Geburtstags ehrt die Browse Gallery das künstlerische Multitalent und Impulsgeber der West-.Berliner Kultur in der Nachkriegszeit, Robert Wolfgang Schnell,  vom 24.9.–20.10.16  mit einer umfangreichen Ausstellung ... Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermehr

 

Programmheft "Museen als Schaufenster"

14. Oktober, 17. November und 2. Dezember 2016
Weiterbildungsreihe für Museumsmitarbeiter*innen:

Museen als Schaufenster in die neue Welt

Im Blick: Migration und Flucht

Die Fluchtbewegung in die Staaten Europas, die sich im Sommer 2015 dramatisch zuspitzte und oft als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet wird, entfachte zahlreiche Debatten über Flucht als Thema der Museumsarbeit. Können Museen als Vermittler zwischen globalen Prozessen und lokalen Erfordernissen auftreten? Haben Ausstellungen und Sammlungen das Potenzial zu einem besseren Verständnis der globalisierten, von Kriegen und Zwangsmigration gekennzeichneten Welt beizutragen? Drei Weiterbildungstage bieten Vorträge und praktische Workshops mit Impulsreferaten, Fallstudien, kollegialer Beratung und Diskussion. Die erste Veranstaltung findet im FHXB Museum statt. Leitet Herunterladen der Datei einProgramm und Anmeldung über Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-4/museen-als-schaufenster/index.php . In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Erkner.

Montag, 17. Oktober 2016, 19:30 Uhr

„Jetzt ist die Zukunft von gestern“ (#8)  l  Dachgeschoss des FHXB Museums

„Leuchten. A- und So-phorismen.“– Lesung von Thomas Kapielski
Ein feiner Mensch in Endlosschleife möchte man skandieren.Thomas Kapielski, Jahrgang 1951, ist ein Tausendsassa als Autor, Fotograf, Künstler und Musiker. In den Achtzigern gehörte er mit dem Musiker Frieder Butzmann zur Randzone der Genialen Dilletanten, in den Neunzigern veröffentlichte er als Autor bei Maas, Kramers und Merve. Diese Weggefährten sind leider alle tot. In den Nullern bei Zweitausendeins, er wurde berühmt. Im Bethanien sorgte seine Ausstellung „Gesamtluftwerk“ für  einen Knalleffekt. Mit seiner Boygroup, dem  „Oberkreuzberger Nasenflötenorchester“, wurde musikalisches Neu- und Nervland betreten. Der Langen Buchnacht schenkte er mit „Je dickens, destojewski“ eine Ode fürs Programmheft, die Unverständnis auslöste. Jetzt liest er „Frimmel“, die Dinger mit Göthe, Nietzsche, Landauer und eben Frimmel aus seinem neuen Werk „Leuchten. A- und So-phorismen“ (edition suhrkamp). Aber was heißt schon lesen, der vielfach preisgekrönte Humorist und Biertrinker kann in guten Momenten alle Slampoeten in den Sack stecken und draufhauen. Ein feiner Mensch eben.
Moderation: Erik Steffen

Foto: Thomas Kapielski
Selbstporträt Thomas Kapielski
Kurt Neuburger, Foto: Dietmar Bührer
Kurt Neuburger, Foto: Dietmar Bührer

Dienstag, 1. November 2016, 19:00 Uhr

Eine Turnhalle für Dichtkunst – Kurt Neuburger und die Literarische Werkstatt Kreuzberg  l  Dachgeschoss des FHXB Museums

Kurt Neuburger (1. November 1902 – 30. März 1996) war ein Kreuzberger Dichter. Er wuchs in Rostock auf, machte dort eine Bühnenausbildung und arbeitete zunächst als Dramaturg, Regisseur und Schauspieler an Theatern in Lübeck, Breslau und Berlin. Von 1924 – 1925 gab er in Berlin die Schwulenzeitschrift „Die Fanfare“ heraus. In der Nazizeit wich er auf eine Tätigkeit als Conferencier in Unterhaltungsorchestern aus. Nach Kriegsende war er kurze Zeit einer der ersten Kulturamtsleiter in Kreuzberg.

Neuburgers eigentliche Leidenschaft galt aber von Anfang an dem literarischen Wort. Schon zu Beginn der 1920er Jahre gab er seinen ersten Lyrikband heraus. Nach 1945 lebte er als freier Schriftsteller in Kreuzberg. Kurt Neuburger verfasste Erzählungen, Romane, Stücke und Gedichte und kreierte eine neue Lyrikform, die er „Ritning“ nannte. Sein umfangreiches, zu einem großen Teil ungedrucktes Œuvre lagert heute im Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Kurt Neuburger hatte enge Kontakte zur „Kreuzberger Boheme“ und war mit Günter Bruno Fuchs und Robert Wolfgang Schnell befreundet. In den 1960er Jahren gründete er in seiner Wohnung in der Solmsstraße 40 die „Literarische Werkstatt Kreuzberg“, die er auch „Turnhalle für Dichtkunst“ nannte. Auf diese Weise bot er jungen Kreuzberger Künstlern (unter ihnen Peter J. Fabich, Roland Neumann, Aldona Gustas, Norbert Moisa, Ulrich Goerdten) eine Möglichkeit, ihre literarischen Werke vorzustellen und zu diskutieren.

An seinem 114. Geburtstag wollen wir an Kurt Neuburger erinnern und mit einigen, die damals bei der Literarischen Werkstatt Kreuzberg dabei waren, sprechen. Dazu zeigen wir Fotos, Plakate und Filmaufnahmen von Kurt Neuburger und hören einige seiner Texte.
Mit Peter J. Fabich, Roland Neumann, Norbert Moisa, Ulrich Goerdten
Moderation: Michael Dewey


Freitag, 4. November 2016, 19:00 Uhr

NSU-Morde – 5 Jahre nach der Aufdeckung  l  Dachgeschoss des FHXB Museums

Am 4. November 2011 begingen die Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhard mutmaßlich Suizid. Ihnen wird vorgeworfen, in den Jahren 2000 bis 2006 in verschiedenen Großstädten aus offensichtlich rassistischen Motiven 9 Migranten und eine Polizistin ermordet und einen Bombenanschlag in der Keupstraße in Köln verübt zu haben. Lange Zeit wurden Migrant*innen der Tat verdächtigt, sogar die Familienangehörigen der Opfer. Zitate aus den Akten der Ermittlungsbehörden: „Aufgrund der Tatsache, dass man 9 türkischsprachige Opfer hat, ist nicht auszuschließen, dass die Täter über die türkische Sprache den Bezug zu den Opfern hergestellt haben und die Täter demzufolge ebenfalls einen Bezug zu dieser Sprache haben. Auch spricht der die Gruppe prägende rigide Ehrenkodex eher für eine Gruppierung im ost- bzw. südosteuropäischen Raum (nicht europäisch westlicher Hintergrund).“ (….) „Vor dem Hintergrund, dass die Tötung von Menschen in unserem Kulturraum mit einem hohen Tabu belegt ist, ist abzuleiten, dass der Täter hinsichtlich seines Verhaltenssystems weit außerhalb des hiesigen Normen- und Wertesystems verortet ist.“

Seit dem 6. Mai 2013 müssen sich Beate Zschäpe und vier Männer, denen Beihilfe zum Mord und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird, im sog. NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München verantworten.Der Bundestag hat zur Untersuchung der Umstände und zum Versagen der Sicherheitsbehörden zwei Untersuchungsausschüsse eingesetzt, ebenso viele Landesparlamente.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf einer zentralen Gedenkfeier im Konzerthaus Berlin am 23. Februar 2012 die Familien um Verzeihung gebeten und eine lückenlose Aufklärung zugesagt. Bei der Veranstaltung werden das Versagen der Sicherheitsbehörden, Fragen der Umsetzung der Empfehlungen des Bundestagsausschusses und der Prozessverlauf analysiert.

Als Diskussionsteilnehmer sind eingeladen: Thomas Moser (Journalist – Beobachter des NSU-Prozesses und der Bundestagsuntersuchungsausschüsse), Vertreter*innen der Nebenkläger*innen und der Initiative Keupstraße Köln sowie İlker Duyan (Sprecher des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg / TBB).
Moderation: Safter Çınar (Vorstand des TBB)

Frank-Kirk Ehm-Marks
Zeichnung: Frank-Kirk Ehm-Marks


Donnerstag, 24. November 2016, 19:30 Uhr

„Jetzt ist die Zukunft von gestern“ (9#)  l  Dachgeschoss des FHXB Museums

„Kreuzberg With Tears In My Eyes“ – Lesung mit text flex allstars
Vor zwei Jahren erschien das „Schwarzbuch Kreuzberg“, die letzte Publikation im Karin Kramer Verlag. Längst vergriffen, sammelte es Texte und Bilder rund um die Eckkneipe „Zum goldenen Hahn“ am Heinrichplatz, die mal UNESCO-Weltkulturerbe werden sollte. Aber Milieuschutz ist nicht, weder für die Gäste noch die draußen. Das zweite Buch dieser Reihe mit dem Untertitel „Heul doch“ versammelt ein vielstimmiges Bild vom Leben in einer dröhnenden Umgebung, die zugleich Gefahren- und Partyzone ist. Es zeichnet eine tiefgreifende Ernüchterung derjenigen nach, die nicht in die neue Zeit, das neue Kreuzberg und das schicke Berlin passen. Es geht um den Teil von Menschen, die politisch und sozial den Boden verlieren. Schreibend verlieren sich ihre Spuren in einer Ohnmachtsgebärde. Die letzte Schlacht sind wir. Eine Fehlermeldung aus beschädigten Leben in Kreuzberg und anderswo.
Moderation: Erik Steffen

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 18:00 Uhr

Ausstellungseröffnung: „Picturing NeighbourHOOD“ – Fotografien aus Kreuzberg von geflüchteten und Berliner Jugendlichen  l  Glasturm des FHXB Museums

Im Projekt Picturing NeighbourHOOD fotografierten Jugendliche aus Regel- und Willkommensklassen der Carl-von-Ossietzky-Schule gemeinsam in ihrem Viertel Kreuzberg. Was sie bei ihren Spaziergängen mit der Kamera entdeckten und wen sie porträtierten, präsentieren sie uns in ihrer Ausstellung. „Picturing NeighbourHOOD“ ist ein Kooperationsprojekt der Carl-von-Ossietzky-Schule und der Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF) in Zusammenarbeit mit dem FHXB Museum, gefördert durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung.

Impressionen aus der Ausstellung des Jugend-Foto-Projektes „Bridge the Gap II“ im Willy-Brandt-Haus, Foto: Holger Biermann
Impressionen aus der Ausstellung des Jugend-Foto-Projektes „Bridge the Gap II“ im Willy-Brandt-Haus, Foto: Holger Biermann


Donnerstag, 15. Dezember 2016, 19:00 Uhr

Alman Geschichteler - Gastarbeiter*innen erzählen  l  Dachgeschoss des FHXB Museums

Sie haben die deutsche Nachkriegsgeschichte entscheidend geprägt und fanden doch kaum Gehör. Jetzt erzählen Zeitzeugen der ersten Gastarbeitergeneration uns ihre Geschichten in Bild, Ton, Text und mehr.
Eine Veranstaltung von Gegennarrative mit Nuriani Hamdan, Lisa Jahn, Iman Al Nassre, Sonja Hofer, Melina Borcak und Derya Binisik in Kooperation mit dem FHXB Museum.