Containersiedlung in London, Foto: cmglee, cc-by-sa
Containersiedlung in London, Foto: cmglee, cc-by-sa

13. Dezember 2016, 19:00 Uhr

Leben im Container - Der soziale Wohnungsbau von heute?

Containerbauten und „modulare Unterkünfte“ sind seit Monaten in der Diskussion. Sie werden von Berliner Politiker_innen und Stadtplaner_innen als Lösung für die Wohnungskrise gehandelt. Mit den MUFs (Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge) und Containern werden jedoch Wohnungen geschaffen, die nochmals weit unter dem bisherigen Standard liegen. Somit wird ein inakzeptabler Maßstab für sozialen Wohnraum etabliert. Seit diesem Jahr sind die Behelfslösungen Realität für Geflüchtete - sollen sie bald auch Normalzustand für Studierende, Senior*innen und ALG II-Bezieher*innen werden? Geflüchtete und Menschen mit wenig Geld sollen offensichtlich mit weniger als dem Nötigsten auskommen: Mit Mehrbettzimmern und fensterlosen Räumen, am Stadtrand, durch Zäune und Security isoliert vom Rest der Gesellschaft?

In Polen werden Containersiedlungen schon seit Jahren für die Unterbringung von Armen und Wohnungslosen genutzt, die ein Anrecht auf eine Wohnung im sozialen Wohnungsbau haben. Welche Folgen das für Bewohner*innen, Mieter*innen und den Wohnungsmarkt hat und wie sich Menschen dagegen organisieren, erzählt Katarzyna Czarnoca von der Anarchistischen Föderation in Poznan. Sie ist dort seit Langem aktiv im Kampf gegen unwürdige Wohnbedingungen, Mieterhöhungen und Entmietungen.

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Living in Container - The new social housing?
Reports from Berlin and Poznan about dealing with the housing shortage

In the last month container buildings and modular housing have been broadly discussed. In Berlin politicians promote them as the solution for the housing crisis. But by building MUFs (Modular Housing for Refugees) and containers, flats are created that are below the previous norm. An unacceptable standard for social housing is being created. Since this year, kludges are the reality for refugees and soon they will become normality for students, senior citizen and people receiving social welfare benefits. Refugees and people with less money are supposed to live with less than needed: With shared rooms and rooms without windows. In the outskirts and isolated from the rest of society through fences and securities.

In Poland container settlements are being used since years to house poor and homeless people, that have a right to social housing. Katarzyna Czarnoca from Poznan will report about the consequences for the inhabitants,tenants and the housing market and inform how people organize against it. She is organized in the anarchist federation and is active since a long time in the struggle against unworthy housing, rising rents and evictions.

Foto: cmglee, Wikimedia cc-by-sa

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 18:00 Uhr

Ausstellungseröffnung: „Picturing NeighbourHOOD“ – Fotografien aus Kreuzberg von geflüchteten und Berliner Jugendlichen  l  Glasturm des FHXB Museums

Im Projekt Picturing NeighbourHOOD fotografierten Jugendliche aus Regel- und Willkommensklassen der Carl-von-Ossietzky-Schule gemeinsam in ihrem Viertel Kreuzberg. Was sie bei ihren Spaziergängen mit der Kamera entdeckten und wen sie porträtierten, präsentieren sie uns in ihrer Ausstellung. „Picturing NeighbourHOOD“ ist ein Kooperationsprojekt der Carl-von-Ossietzky-Schule und der Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF) in Zusammenarbeit mit dem FHXB Museum, gefördert durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung.

Impressionen aus der Ausstellung des Jugend-Foto-Projektes „Bridge the Gap II“ im Willy-Brandt-Haus, Foto: Holger Biermann
Impressionen aus der Ausstellung des Jugend-Foto-Projektes „Bridge the Gap II“ im Willy-Brandt-Haus, Foto: Holger Biermann


Donnerstag, 15. Dezember 2016, 19:00 Uhr

Alman Geschichteler - Gastarbeiter*innen erzählen  l  Dachgeschoss des FHXB Museums

Sie haben die deutsche Nachkriegsgeschichte entscheidend geprägt und fanden doch kaum Gehör. Jetzt erzählen Zeitzeugen der ersten Gastarbeitergeneration uns ihre Geschichten in Bild, Ton, Text und mehr.
Eine Veranstaltung von Gegennarrative mit Nuriani Hamdan, Lisa Jahn, Iman Al Nassre, Sonja Hofer, Melina Borcak und Derya Binisik in Kooperation mit dem FHXB Museum.