Am 24. November 2016 ging das virtuelle Museum „Luhansk Art&Facts“ online, ein Kooperationsprojekt der STAN art-group mit dem Goethe-Institut Kiew und dem Archiv des FHXB-Museums.

Es öffnet einen Weg in die derzeit von russischen Separatisten besetzte Stadt Luhansk im Donbass im Osten der Ukraine. Bis Ende 2013 dort lebende KünstlerInnen und AktivistInnen, die sich als STAN art-group organisiert hatten, sind jetzt IDPs (Internal Displaced Persons) in der Westukraine. Im IDP-Haus Kiew präsentierten sie vergangene Woche ihr Online-Museum mit Artefakten, Erinnerungen und Fotos, die das kulturelle Leben und den sozialen Aktivismus in Luhansk zwischen 2004 und 2013 dokumentieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.artluhansk.com.

Eine der beteiligten Künstlerinnen aus dem Donbass ist Anastasia Leluyk. Sie wurde in Luhansk geboren, wuchs dort auf und musste ihr Zuhause 2014 von einem Tag auf den anderen verlassen. Bis zu ihrer Flucht hielt sie ihren Alltag mit der Kamera fest. Was eher nebenbei geschah, ist heute eine wertvolle Erinnerung: die letzten Bilder aus Luhansk. Heute studiert Anastasia Kunst in Kiew. Dem FHXB-Museum schenkte sie vier auf Pappe aufgezogene Fotos ihres Wohnhauses in Luhansk. Auf der Rückseite der Fotos befinden sich Zahlen, die in der Addition immer die Summe 13 ergeben. 2013 war ihr letztes Jahr in Luhansk.

Beraten wurden die KünstlerInnen von Jana Braun, Mitarbeiterin des FHXB Museums, die in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen mit Digitalisierungsprojekten und Onlinedatenbanken im Kontext von Migrationsgeschichte sammelte.