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Die unmögliche Art, Bücher zu machen

15. Februar bis 3. Mai 1998

Vor 25 Jahren gründete Hugo Hoffmann die Kreuzberger Atelier-Handpresse. Das Drucken hatte er in der Schule gelernt – im Inselinternat Scharfenberg. Ende der sechziger Jahre, als Hoffmann gerade sein Politologie-Studium aufgenommen hatte, brachte ihn der Zufall mit Kurt Mühlenhaupt zusammen, der damals noch Trödler in Kreuzberg war und gerade das Inventar einer aufgelösten Druckerei übernommen hatte. "Wat, drucken kannste? Dann kannste jleich morjen bei mir anfang'n", sagte der.

So kam es, dass Hoffmann sein erstes Buch druckte: Das hieß "Die Drehgeschichte". Autor Mühlenhaupt hatte sie gerade auf dem erstenHolzschnitt und einzigen Kurzgeschichtenfestival in der Schaubühne am Halleschen Ufer vorgetragen. Inzwischen hat Hoffmann in seiner sehenswerten Druckwerkstatt an der Neuenburger Straße und bei befreundeten Kreuzberger Druckereien dutzende Werke gesetzt, gedruckt, selbst illustriert, gebunden und verlegt – nicht nur solche von Mühlenhaupt. Die Bleilettern sind für ihn Brücken zur Lyrik, Prosa und Graphik. Immer wieder entdeckte er Künstler und Schriftsteller, die ohne ihn keiner breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden wären. In kleinen Auflagen erschienen geniale Texte mit ausgesuchten Illustrationen, Mappenwerke, originalgrafische Holzschnittbücher usw.

Subskribiert wurden sie von einem Liebhaberkreis, der diese Schätze heute sorgsam hütet. Die Ausstellung im Kreuzberg Museum vereinte sie alle. Tief aus dem Keller seiner Werkstatt hatte Hoffmann die bibliophilen Kostbarkeiten ans Licht befördert – darunter auch die ein oder andere Mühlenhaupt-Rarität.