Am Sonntag, 19. Juli 2026, 12 Uhr verlegt die Stolperstein-Initiative Friedrichshain-Kreuzberg einen weiteren Stolperstein.
Ein Stolperstein für Bruno Redlich in der Prinzenstr. 32 wird die Erinnerung an ihn wachhalten.
Bruno Redlich kam am 22. März 1897 in Frankfurt (Oder) in einer jüdischen Familie zur Welt, die etwa 1908 nach Berlin übersiedelte. In jungen Jahren erkrankte er nach einer Blinddarmoperation durch eine Infektion schwer. Bei einer weiteren Operation wurde seine Wirbelsäule verletzt, was motorische Beeinträchtigungen zur Folge hatte. Mehrere Operationen brachten ihm keine Besserung.
In den 1920er Jahren lebte Bruno mit seiner verwitweten Mutter auf einem kleinen Bauernhof in Groß Besten (heute ein Gemeindeteil von Bestensee), südöstlich von Berlin. Anfang der 1930er Jahre zogen beide wieder nach Berlin, wo seine Mutter 1932 verstarb. Etwa 1935 bezog Bruno Redlich eine Wohnung in der Prinzenstraße 33 (heute Nr. 32).
Die Diskriminierung, Entrechtung und Verfolgung von Jüdinnen*Juden nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 traf auch Bruno Redlich. Als ihm die Deportation drohte, beging er am 11. Dezember 1941 Selbstmord.
Mit Stolpersteinen wird am letzten freiwillig gewählten Wohnort an Menschen erinnert, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Im Bezirk gibt es mehr als 1.160 Stolpersteine.
Recherchen und biografische Zusammenstellung: Christiana Hoppe, Stolperstein-Initiative Friedrichshain-Kreuzberg
