Ein Stadtrundgang mit Justice Mvemba zwischen Spree, Pücklerstraße und Ballhaus Naunynstraße
Kreuzberg ist voller Geschichte. Doch nicht alle Geschichten sind im Stadtraum gleich sichtbar. Auf diesem Rundgang folgen wir Spuren des preußischen Militärs, des Kolonialismus und der Kämpfe um Erinnerung: von der ehemaligen Heeresbäckerei an der Spree über Straßennamen, die an Hermann von Pückler-Muskau erinnern, bis zum Kirchlichen Archivzentrum und dem Ballhaus Naunynstraße.
Wir fragen: Wer wurde in Berlin sichtbar gemacht und wer blieb unsichtbar? Welche Rolle spielten Garnison, Mission und koloniale Sammlungen für das Deutsche Kaiserreich? Und wie können Schwarze, migrantische und postmigrantische Perspektiven eigene Geschichten im öffentlichen Raum erzählen?
Unsere Stationen:
- Heeresbäckerei / Spindler & Klatt: Militärische Versorgung, die Berliner Garnison und das Regiment Gardes du Corps, mitten in der imperialen Reichshauptstadt.
- Pücklerstraße: Hermann von Pückler-Muskau, seine Reisen durch Nordafrika und die Geschichte von Machbuba, einem versklavten Mädchen, deren Schicksal oft romantisiert wurde und eigene Stimme in den Quellen bislang fehlt.
- Muskauer Straße: Landschaft, Besitz und unsichtbare Arbeit: was Landschaftsparks über Macht, Blick und Besitzverhältnisse erzählen.
- Audre-Lorde-Straße: Vom kolonialen Blick zur Selbstbezeichnung– die Bedeutung der Umbenennung und Audre Lordes Verbindung zur Schwarzen Frauenbewegung in Deutschland.
- Bethaniendamm 29: Missionsarchive, koloniale Sammlungen und die Frage, wessen Wissen in Archiven bewahrt wird.
- Ballhaus Naunynstraße: Gegenarchive und selbstbestimmte Erzählungen, postmigrantisches Theater als Ort der Deutungsmacht.
Dieser Rundgang verbindet Berliner Stadtgeschichte mit kolonialer Geschichte und aktuellen Fragen von Erinnerung, Rassismus und Teilhabe. Er richtet sich an alle, die Kreuzberg neu sehen möchten.
Jetzt Platz sichern und Kreuzberg mit anderen Augen entdecken.
