Ost-Berlin zwischen Neubau und Rekonstruktion – Ein kooperatives Digitalisierungsprojekt des FHXB Museums und des Mitte Museums
Ost-Berlin zwischen Neubau und Rekonstruktion – Ein kooperatives Digitalisierungsprojekt des FHXB Museums und des Mitte Museums
Projekt, Sammlung
Uelze-Negativbestand im FHXB Museum, 2024. Foto: FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
2026 arbeiten das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum und das Mitte Museum gemeinsam an der Digitalisierung und Erschließung von mehreren tausend Fotografien, die Bauprojekte des VEB Wohnungsbaukombinats Berlin (WBK) der Jahre 1975 bis 1989 in Friedrichshain und Mitte dokumentieren. Aufgenommen wurden sie von der Fotografin Monika Uelze (1941-2000) im Auftrag des VEB Projektierung im WBK. Beide Museen bewahren jeweils einen Teil des bei Entstehen zusammengehörenden Bestands.
Die Fotos geben Einblicke in Architektur, Bautechnik und Kunst-am-Bau-Projekte sowie in die Stadtplanung und -entwicklung im Rahmen des DDR-Wohnungsbauprogramms. Die Auftragsfotografien vermitteln zugleich einen Eindruck der ästhetischen Konzepte von fotografischer Repräsentation für die staatliche Bautätigkeit der DDR.
Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt realisiert und vom Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS) fachlich begleitet.
Sicherung der Substanz – Die Restaurierung des komplementären fotografischen Nachlasses von Monika Uelze im Rahmen des digiS-Projekts
Rissschließung
Für ihren ersten Zwischenstopp auf dem Weg vom Analogen ins Digitale ging es für die Teilbestände des Uelze-Nachlasses vom jeweiligen Archiv des FHXB Museums und des Mitte Museums zum Atelier der Papier- und Fotorestauratorin Christin Frischmuth.
Die Restaurierung dieser wertvollen Teilbestände zwei Ziele: zum einen den Erhalt der historischen Substanz im Archiv mithilfe reversibler und alterungsbeständiger konservatorischer Materialien und zum anderen die Sicherstellung eines weitestgehend risikofreien und qualitativ hochwertigen Digitalisierungsvorgangs durch die Entfernung von möglichen Schadensfaktoren wie Staub, Rissen oder Knicken.
Erster Schritt: Die Säuberung
Der Restaurierungsprozess begann mit der Sichtung der aus Negativaufnahmen, schwarz-weißen Kontaktabzügen, Farbprints und Negativtaschen bestehenden Teilbestände. Im Anschluss daran wurden die empfindlichen Oberflächen jedes einzelnen Stücks mit weichen Mikrofasertüchern trockengereinigt und somit von Staub und anderen Ablagerungen befreit. Nach dieser grundlegenden Maßnahme standen konservatorische Sicherungsmaßnahmen an den jeweils mehrere tausend Bestandteile umfassenden Konvoluten an. Dazu gehörte die langsame Entfernung der rückseitig auf die Kontaktabzüge aufgeklebten säurehaltigen Negativtaschen mit einem alkoholhaltigen Lösungsmittel und die Schadensbeseitigung im Vorfeld der anstehenden Digitalisierung beider Teilbestände.
Zweiter Schritt: Die Beseitigung von Rissen
Im Zuge der Letzteren wurde lediglich an den Kontaktabzügen gearbeitet, da diese vereinzelt Risse aufwiesen und sich wellten. Behoben wurde dies durch den Auftrag von Methylcellulose, einem reversiblen Klebemittel, sowie hauchdünnem Polyestervlies als Bindeglied. Über die hiermit erzielte stabilisierende Wirkung konnten Risse vollständig und nahezu unsichtbar geschlossen werden. Im Folgenden wurden die so behandelten Fotoabzüge und jene, die Wellungen aufwiesen, leicht mit einer Ethanol-Wassermischung besprüht, mit Gewicht beschwert und in einer Stockpresse geglättet. Sinn und Zweck des Besprühens ist die zeitgleiche Verkürzung der Trocknungszeit des Risspflasters durch den enthaltenen Alkohol und die Sicherstellung eines gewissen Maßes an Materialflexibilität durch den Wasseranteil. Während dieser Maßnahmen wurden vereinzelt auftretende Knicke in den Kontaktabzügen ebenfalls hinterlegt und geglättet.
Letzter Schritt: Die Umverpackung
Im letzten Schritt des Restaurierungsprozesses stand die archivgerechte Umverpackung an. Während der FHXB-Bestand in seinen transparenten Kunststoffhüllen verblieb, entschied das Mitte Museum sich dafür, seinen überwiegend in säurehaltigen Papiertaschen vorliegenden Teilbestand in opake Fotoarchivpapierhüllen verpacken zu lassen.