Ost-Berlin zwischen Neubau und Rekonstruktion – Ein kooperatives Digitalisierungsprojekt des FHXB Museums und des Mitte Museums

Projekt, Sammlung

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt realisiert und vom Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS) fachlich begleitet. 

Für ihren ersten Zwischenstopp auf dem Weg vom Analogen ins Digitale ging es für die Teilbestände des Uelze-Nachlasses vom jeweiligen Archiv des FHXB Museums und des Mitte Museums zum Atelier der Papier- und Fotorestauratorin Christin Frischmuth.

Die Restaurierung dieser wertvollen Teilbestände zwei Ziele: zum einen den Erhalt der historischen Substanz im Archiv mithilfe reversibler und alterungsbeständiger konservatorischer Materialien und zum anderen die Sicherstellung eines weitestgehend risikofreien und qualitativ hochwertigen Digitalisierungsvorgangs durch die Entfernung von möglichen Schadensfaktoren wie Staub, Rissen oder Knicken.

Erster Schritt: Die Säuberung

Der Restaurierungsprozess begann mit der Sichtung der aus Negativaufnahmen, schwarz-weißen Kontaktabzügen, Farbprints und Negativtaschen bestehenden Teilbestände. Im Anschluss daran wurden die empfindlichen Oberflächen jedes einzelnen Stücks mit weichen Mikrofasertüchern trockengereinigt und somit von Staub und anderen Ablagerungen befreit. Nach dieser grundlegenden Maßnahme standen konservatorische Sicherungsmaßnahmen an den jeweils mehrere tausend Bestandteile umfassenden Konvoluten an. Dazu gehörte die langsame Entfernung der rückseitig auf die Kontaktabzüge aufgeklebten säurehaltigen Negativtaschen mit einem alkoholhaltigen Lösungsmittel und die Schadensbeseitigung im Vorfeld der anstehenden Digitalisierung beider Teilbestände.

Zweiter Schritt: Die Beseitigung von Rissen

Im Zuge der Letzteren wurde lediglich an den Kontaktabzügen gearbeitet, da diese vereinzelt Risse aufwiesen und sich wellten. Behoben wurde dies durch den Auftrag von Methylcellulose, einem reversiblen Klebemittel, sowie hauchdünnem Polyestervlies als Bindeglied. Über die hiermit erzielte stabilisierende Wirkung konnten Risse vollständig und nahezu unsichtbar geschlossen werden. Im Folgenden wurden die so behandelten Fotoabzüge und jene, die Wellungen aufwiesen, leicht mit einer Ethanol-Wassermischung besprüht, mit Gewicht beschwert und in einer Stockpresse geglättet. Sinn und Zweck des Besprühens ist die zeitgleiche Verkürzung der Trocknungszeit des Risspflasters durch den enthaltenen Alkohol und die Sicherstellung eines gewissen Maßes an Materialflexibilität durch den Wasseranteil. Während dieser Maßnahmen wurden vereinzelt auftretende Knicke in den Kontaktabzügen ebenfalls hinterlegt und geglättet.

Letzter Schritt: Die Umverpackung

Im letzten Schritt des Restaurierungsprozesses stand die archivgerechte Umverpackung an. Während der FHXB-Bestand in seinen transparenten Kunststoffhüllen verblieb, entschied das Mitte Museum sich dafür, seinen überwiegend in säurehaltigen Papiertaschen vorliegenden Teilbestand in opake Fotoarchivpapierhüllen verpacken zu lassen.