Friedrichshain-Kreuzberg bekommt einen Eva-Mamlok-Platz. Der Blücherplatz wird offiziell umbenannt. Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat die Umbenennung im Juni 2025 beschlossen (DS/1448/VI), um Eva Mamlok und ihren antifaschistischen Widerstand mit einem Netzwerk jüdischer Frauen zu ehren und Frauen der Geschichte sichtbar zu machen.
Bei der Veranstaltung gibt es Beiträge des Bezirksamtes, der ZLB, der Initiative Eva-Mamlok-Platz (UpStadt e.V. / GLOX) und der Forschungsinitiative zur Gruppe Eva Mamlok, moderiert von Nora Hogrefe (Leitung Koordinierungsstelle Historische Stadtmarkierungen im Aktiven Museum).
Eva Mamlok (1918 bis 1944) war eine Kreuzberger Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie war bereits als Jugendliche gegen den NS-Faschismus aktiv. Laut einer Zeitzeugin schrieb die knapp 14-jährige Eva Mamlok mit weißer Farbe „Nieder mit Hitler!“ auf das Dach des Kaufhauses Tietz am Halleschen Tor. Sie wurde deswegen kurz inhaftiert. Als sie 1934 zusammen mit anderen Blumen auf den Gräbern von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht niederlegte, wurde sie festgenommen und für fünf Monate im Frauenkonzentrationslager Moringen (Niedersachsen) inhaftiert.
Ab 1940 musste sie als Jüdin in einer Kreuzberger Fabrik Zwangsarbeit leisten. Mit anderen jüdischen Antifaschistinnen war sie trotzdem weiter aktiv, indem sie z.B. Flugblätter verteilten und Bücher verbotener Autor*innen verliehen. Als das Netzwerk 1941 aufflog, wurde sie verhaftet, verurteilt und 1942 in das Ghetto Riga deportiert. Auch dort blieb sie unter den extrem widrigen Lebensbedingungen widerständig. Sie war beteiligt, als eine Fotokamera für lokale Widerstandsgruppen organisiert wurde, um die NS- Verbrechen zu dokumentieren. 1944 wurde Eva Mamlok in das Konzentrations- und Vernichtungslager Stutthof gebracht. Dort verstarb sie mit nur 26 Jahren.
