Für die Familie Mamlok werden am 06.05.26 um 16:30 Uhr vier Stolpersteine verlegt. Es wird damit erinnert an: Georg, Hertha, Heinz und Wolfgang Mamlok.
Georg Mamlok kam 1890 in Berlin in einer jüdischen Familie zur Welt. Er und Herta Friede (*1892 in Neuhaldensleben) heirateten 1919. Das Ehepaar bekam zwei Söhne: Heinz (*1921) und Wolfgang (*1926).
Georg Mamlok betrieb in der Frankfurter Allee ein Bettfedern- und Wäschegeschäft. Die Familie lebte in gutbürgerlichen Verhältnissen in der Frankfurter Allee 294 (das ursprüngliche Gebäude existiert nicht mehr, heute Nr. 59).
Die zunehmende Diskriminierung, Entrechtung und Verfolgung von Juden und Jüdinnen nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wirkte sich auch auf das Leben der Familie Mamlok aus. So litt Georg Mamlok sehr unter dem Boykott jüdischer Geschäftsleute. Ende 1938 musste er sein Geschäft aufgeben. Etwa 1940 wurde die Familie gezwungen, ihre Wohnung zu verlassen und zu einem Bruder von Georg in die Berchtesgadener Straße 33 in Schöneberg zu ziehen.
Die Mitglieder der Familie Mamlok mussten Zwangsarbeit verrichten. Am 26. Februar 1943 wurden sie mit dem sogenannten „30. Osttransport“ von Berlin ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Georg und Herta Mamlok wurden vermutlich gleich nach ihrer Ankunft ermordet. Die Söhne Heinz und Wolfgang wurden zur Zwangsarbeit im Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz selektiert. Wolfgang Mamlok wurde dort am 28. März 1943 ermordet.
Als im Januar 1945 Auschwitz wegen des Näherrückens der Roten Armee geräumt wurde, wurden die Häftlinge von der SS westwärts zu Fuß auf „Todesmarsch“ in andere Lager gebracht. Heinz Mamlok wurde zunächst ins KZ Mittelbau-Dora und später ins KZ Ravensbrück verschleppt. Anfang Mai 1945 wurde er befreit. Er wanderte 1947 in die USA aus.
Zur Erinnerung an die Familie Lessler verlegt der Künstler Gunter Demnig am 07.05.2026 um 11:30 Uhr Stolpersteine für Pauline, Ellen, Norbert, Else und Steffi Lessler.
Pauline Lessler, geb. Feige kam 1873 in Kattowitz (polnisch Katowice) in der damaligen preußischen Provinz Schlesien (heute in Polen) in einer jüdischen Familie zur Welt. Dort heiratete sie 1900 den jüdischen Kaufmann Daniel Lessler (*1869) und zog zu ihm nach Berlin. Das Ehepaar bekam drei Kinder: Norbert (*1901), Ellen (*1902) und Ilse (*1906). Daniel Lessler war als Vertreter für Hersteller von Weinen, Spirituosen und Obstsäften tätig. Er verstarb im August 1931.
1932 bezog die Familie eine 4-Zimmer-Wohnung in der zweiten Etage des Hauses Yorckstraße 86.
Norbert hatte an der Universität Breslau (heute Wrocław, Polen) Jura studiert und war dann als Syndikus (angestellter Jurist) tätig. Er heiratete 1932 in Eppelsheim (Rheinhessen) die 1908 dort geborene Else Levis. Norbert und Else Lessler wohnten ebenfalls in der Familienwohnung. Im Januar 1938 wurde ihre Tochter Steffi geboren.
Als nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 Juden und Jüdinnen zunehmend diskriminiert, verfolgt und entrechtet wurden betraf das auch die Familie Lessler.
Ilse, die zuletzt in Berlin-Halensee lebte, wanderte 1938 nach Italien und 1939/40 in die USA aus.
Dr. Norbert Lessler, seine Frau Else und die 5-jährige Steffi sowie Ellen Lessler wurden am 3. März 1943 mit dem sogenannten „33. Osttransport“ in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Pauline Lessler wurde am 17. März 1943 mit dem sogenannten „4. großen Alterstransport“ in das Ghetto Theresienstadt verschleppt, wo sie am 20. April 1944 ums Leben kam.
Recherche und biografische Zusammenstellung: Christiana Hoppe, Stolperstein-Initiative Friedrichshain-Kreuzberg
