Workshop a poem opens at this table mit hn. lyonga
Montag, 4. Mai 2026 | 18:00-20:00 Uhr
Der Workshop baut auf der Arbeit „there is a table in this house“ der Künstler auf und entwickelt er weiter – einem Choreo-Reading und einer kollektiven Intervention, die die Ethik und Politik des Zusammenkommens untersucht, insbesondere in Zeiten des Bruchs.
Er beginnt an einem Tisch, an dem Nachbar*innen sitzen. Dieses Zusammensitzen bringt eigene Fragen mit sich. Der einfache Akt, gemeinsam mit einer Nachbarin oder einem Nachbarn zu sitzen, einander zu begegnen und die Räume in unmittelbarer Nähe unserer Körper wahrzunehmen, wird zu einem radikalen Akt der Fürsorge. In diesem Workshop setzen wir uns zusammen, um die Sprache von Nachbarschaft und Nachbar*innenschaft neu zu denken und neu zu gestalten – als eine Sprache der Sanftheit. Wir fragen: Wer ist wo willkommen? Was und wer ist eine Nachbarin, ein Nachbar wirklich? Wie können wir anders – gemeinsam – dazugehören oder werden?
An diesem Tisch sind wir, wie es Gwendolyn Brooks formuliert, „einander verpflichtet“. Gemeinsam werden wir sitzen, und während wir sitzen, werden wir beobachten und schreiben – nicht nur auf Papier, sondern mit unserem ganzen Körper und Sein. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die lebendigen Umgebungen rund um den Kotti.
Der Workshop wird geleitet von:
hn. lyonga ist ein Schwarzer, queerer, interdisziplinärer Künstler, Autor und Kurator.
Seine Arbeit ist eine Praxis des Versammelns: von Worten, Nachbar*innen, Stille, Überlieferungen. Er schreibt nicht nur für die Seite, sondern für das Ohr, für den Kreis, für eine Gemeinschaft, die sich dem Auslöschen widersetzt. Er richtet seinen Blick auf Migrationen – auf jene Bewegungen, die aus Enteignung hervorgehen und zugleich von Erfindungskraft geprägt sind und weiterhin das Leben der Kolonisierten, Marginalisierten und derjenigen formen, die fortbestehen. lyonga ist ein Nachbar und stets ein Lernender. Er ist Teil von BARAZANI.berlin – Forum Kolonialismus und Widerstand sowie des Kollektivs Field Narratives, wo die Arbeit im Erinnern und im Widerstand besteht, wo ländliche Biografien, ancestrale Sprachformen und transkontinentale Intimitäten neuen Ausdruck finden. Zuvor war er Neighbour in Residence am Gropius Bau in Berlin sowie Human Maschine Fellow am E-Werk Lückenwalde und an der Akademie der Künste in Berlin.
Der Workshop findet im Rahmen des Projektes WALK POEMS statt. Walk Poems ist eine Reihe von künstlerisch geleiteten Workshops, die von ReRouting organisiert werden und die Nachbarschaft rund um das Friedrichshain-Kreuzberg Museum und den Kottbusser Tor durch Gehen und Schreiben erkunden. Durch das Sammeln von Fragmenten und Eindrücken von den Straßen untersucht das Projekt den öffentlichen Raum als eine gemeinsame, poetische Ressource.
Grafikdesign: Kathrin Baumgarten
Kuratorisches Team: Clementine Butler-Gallie und Viviane Tabach
Gefördert durch den Projektfonds Kulturförderung Friedrichshain-Kreuzberg
