In dem Haus Skalitzer Straße 32 waren während des Nationalsozialismus Menschen zwangsweise untergebracht, auch in einer sogenannten Judenwohnung. Darunter befand sich Margot Friedländer (1921-2025), geb. Bendheim sowie ihre Mutter und ihr Bruder. Ihre Familie und weitere Juden*Jüdinnen wurden hier verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Margot Friedländer entkam der Verhaftung und ging von hier aus in den Untergrund. 1944 wurde sie gefasst und am 16. Juni 1944 in das Ghetto/Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie überlebte und wanderte nach dem 2. Weltkrieg in die U.S.A. aus. Seit ihrer Rückkehr nach Berlin 2009 engagierte sie sich bis zu ihrem Tod am 9. Mai 2025 unermüdlich als Zeitzeugin mit ihrem Appell: „Seid Menschen.“
Der NS-Alltag in solchen Zwangswohnungen war maßgeblich von Zwangsarbeit geprägt. Auch in diesem Haus befand sich ein Zwangsarbeiter*innenlager, das der im Hinterhof angesiedelten Metallwarenfabrik Ed. Sommerfeld gehörte. 70 Frauen aus der Sowjetunion waren hier zwangsweise untergebracht. Das System der Zwangsarbeit war überall präsent: Mindestens 800 Orte in Friedrichshain und Kreuzberg sind als Arbeits- oder Unterbringungsstätten von Zwangsarbeiter*innen belegt.
Mit dieser Gedenktafel informiert das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg über die Geschichte dieses Zwangsortes und erinnert an Margot Friedländer. Sie macht die Spuren von Zwang und Unrecht der NS-Diktatur sichtbar, die auch unseren Bezirk geprägt haben und nicht vergessen werden dürfen.
Die Veranstaltung wird begleitet von Musik und Redebeiträgen von einer Vertretung des Bezirksamtes, Dr. Christoph Kreutzmüller und Chiara Kindel.
